LOST
Oh, diese verdammte Serie. Nach jeder Folge der ersten Staffel konnte ich nicht einschlafen, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht. Da ich ein sehr altmodischer Zuschauer bin, kaufe ich mir auch nicht die DVDs und gucke mir alle Folgen an einem Wochenende an. Ich nehme das Angebot der Fernsehsender wahr und habe mich an die eine Woche zwischen den einzelnen Folgen gewöhnt.
Und nun? Ich hasse die zweite Staffel. Das gbt es doch gar nicht. Nennt mich ruhig fantasielos aber was da passiert, das ist mir einfach zu doof. Das Konzept, dass letztendlich ALLES passieren kann, egal wie unwahrscheinlich, macht es für mich persönlich einfach langweilig, denn die tatsächlich eintretenden Handlungen klappen nicht, eben weil sie so wahllos überraschend sind. Diese ganzen Bunker und das Geraschel in den Büschen und dann, das ist anscheinend noch niemandem aufgefallen, dass die Männer einen kontinuierlich beständigen 3-Tage-Bart haben.
Ich möchte jetzt nicht schreiben, dass das unrealistisch ist, das wäre bei einer Serie wie Lost wohl nicht angebracht aber die hocken seit mehreren Wochen auf dieser Insel – wenn es eine Insel ist – und haben immer nur einen 3-Tage-Bart – wenn es ein 3-Tage-Bart ist. Ich befürchte fast, das hat was mit der Lösung zu tun. Ich habe noch nie gesehen, dass sich einer von denen rasiert hat. Das muss doch was bedeuten. Ich nenne das: Die noch nicht ausgereifte 3-Tage-Bart-Theorie.
Mein Lieblingsende wäre ja, wenn die Serie einfach aufhören würde oder alle sterben. Ohne Auflösung. Oder ein Hubschrauber kommt vorbei und nimmt alle mit. Bis auf einen. Auf alle Fälle werde ich mit Sicherheit am Ende da sitzen und das tatsächlich präsentierte Ende toll finden und ich bin mir fast sicher, dass ich dafür nicht mehr eine Folge gesehen haben muss. Es wird reichen, dass ich weiß, dass alles möglich war, ob da jetzt noch ein Bunker gefunden wird oder noch mehr Menschen auftauchen, das ist alles egal.
Mich erinnert das ein wenig an die Zeit, in der Homer Simpson von den Simpsons, Staffel für Staffel, immer infantiler und dämlicher wurde. Das hat mich auch tierisch aufgeregt, er war mir richtig unsympathisch. Das ist schon allerhand für eine Zeichentrickfigur, also dass sie es schafft, dass man sie unsympathisch findet aber trotzdem immer wieder hinschaut. Vielleicht ist das mit Lost ja ähnlich. Vielleicht schau ich ja bei der sechsten Staffel wieder hin und bin froh, dass Locke endlich wieder laufen kann (ich gehe schon davon aus, dass der bald erst mal wieder im Rollstuhl sitzen muss). Und, dass sich alle rasieren. Ununterbrochen.
am 14. Februar 2007 um 8:21 Uhr.
Ach komm. Was Bärte angeht, bist du doch voreingenommen.