FAQ


Was macht denn jetzt diese Lesebühne Sitzen 73 genau? Kann mir das mal einer sagen?

Sacha: Die Lesebühne Sitzen 73, das sind Volker Backes, Sacha Brohm und Stefanie Schröder, setzt sich an einem Abend, das kann jeder Abend sein, der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt, in eine Kneipe, in ein Theater oder Kino und liest unterhaltsame, humoreske Alltagsbeobachtungen vor. Themen gibt es viele: Hygienevorstellungen im Frankreich vor der Revolution. Schnelle Biere. Träume vom Reichsein. Wörter aus Jöllenbeck, die den Alltag erleichtern. Deutsch für Amerikaner. Hunde und ihre Besitzer.

Volker: Auf einer Lesung von Sitzen 73 tragen wir in alternierender Reihenfolge eigene humorsprühende, meist satirische Texte vor. Die Lesung dauert 2 x 30 bis 2 x 45 Minuten, zwischen den Blöcken gibt es eine kleine Pause. Wir lesen gerne in Kneipen, weil man sich dort kultivierter daneben benehmen kann.

Und die Texte sind wirklich alle selbst verfasst? Selbst?

Sacha: Aber natürlich. Nie kämen wir auf die Idee, Texte von anderen Schreibern zu lesen. Und schreiben ist ja auch ganz einfach. Einfach mal hingesetzt und losgesponnen. Das geht ganz leicht. Und weil es so leicht ist, haben die drei auch immer hübsche neue Texte im Programm.

Volker: Ich habe einmal einen Text eines fremden Autoren vorgetragen. Anschließend mussten Zuhörer an der Grenze zur Ohnmacht aus dem Saal geführt werden, andere haben mich bedroht, eine schmerzresistente Minderheit war jedoch begeistert. Dennoch habe ich daraufhin beschlossen, nur noch eigene Werke vorzulesen, da ich lieber für Dinge zur Rechenschaft gezogen werde, die ich auch selbst verbrochen habe.

Seit wann gibt es Sitzen 73 eigentlich?

Sacha: Seit Anfang 2005. Volker und ich haben vier Lesungen unter dem Namen Sitzen 73 im Bielefelder Lichtwerk veranstaltet. Da wir schon mehrere Jahre Leseerfahrung bei der Bielefelder Zirkeltraining-Lesung hinter uns hatten und uns das viel Spaß gemacht hat, wollten wir nach deren Ende nicht aufhören mit dem Lesen. Wir luden uns Freunde wie Philipp Köster, Sarah Schmidt, Jörg Sundermeier und Jens Kirschneck ein und präsentierten vier wunderschöne Abende.

Volker: So sagt man.

Ja und wie kam Stefanie Schröder ins Spiel?

Stefanie: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen oder wie heißt das Sprichwort? Ich habe einfach immer wieder gefragt, ob ich mitspielen darf…

Volker: Stefanie hat uns interviewt und wir fanden uns irgendwie sympathisch. Was jetzt nicht heißt, dass jeder, der ein Interview mit uns führt, auch bei uns lesen darf.

Und was hat es mit diesen Küchenlesungen auf sich? Na? Sagt schon!

Sacha: Wer keine Lust hat, sich unter Leute zu mischen, Leute, die man auf den öffentlichen Lesungen von Sitzen 73 durchaus antreffen kann, der kann sich die sympathische Lesebühne nach Hause einladen. Das ist immer ein Riesenspaß für alle. Wir kommen gerne vorbei und lesen in der Küche, im Partykeller, im Wohnzimmer oder in der Gartenlaube. Einfach ein paar Freunde einladen, Sitzen 73 bestellen, Buffet anrichten und Getränke bereitstellen und los geht´s.

Stefanie: „Küchenlesung“ ist auch eine gute Gelegenheit am Kulturleben teilzunehmen, wenn jemand zum Beispiel kleine Kinder hat. Oder ein tolles Geschenk für Freunde. Wir sind beispielsweise schon zum Geburtstag oder zu Weihnachten „verschenkt“ worden.

Volker: Nein, es ist leider nicht möglich, UNS Texte vorzulesen oder sich uns anzuschließen. Es geht darum, dass WIR bei IHNEN/EUCH ausschließlich UNSERE Texte vortragen. Aber Wünsche, worum sich der Abend thematisch drehen soll, dürfen natürlich geäußert werden.

Und Sacha ist wirklich homosexuell?

Sacha: Ja.

Volker: Er behauptet es zumindest. Gesehen habe ich es bislang noch nicht.

Stefanie: Er heißt ja auch Sacha. Das beantwortet eigentlich alles.

Und die anderen beiden?

Sacha: Die anderen beiden sind ganz normal.

Stefanie: Ich frage mich, woher er das wissen will!

Volker: Das Gute an Sacha ist seine schier unendliche Toleranz Heteros gegenüber. Das macht Stefanies und meine Sonderstellung innerhalb der Gruppe etwas erträglicher. Die Frage der Normalität hängt zudem ja auch vom Betrachtungswinkel ab. Oder wie Lemmy von Motörhead so schön sagt: „Hi, Lemmy from Motörhead here. The man dressed in black. Or in pink, depending on, where you’re standig…”